Aderlass
    Der Aderlass ist ein uraltes Therapiegut aller Kulturen. Es ist das wichtigste blutentziehende Mittel im Rahmen der Humoraltherapie. Er wirkt blutverdünnend bei zu hohem Hämatokrit, entlastend auf einen überfüllten Kreislauf bei Bluthochdruck, wirkt weiterhin allgemein abwehrsteigernd und krampflösend. Er beschleunigt den Lymphfluss und erhöht damit die Entgiftungskapazität des Körpers. Besonders bewährt hat sich der Aderlass zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden, da mit dem Verlust der Regelblutung dem weiblichen Körper eine wichtige Entgiftungsmaßnahme verloren geht.
    Der Aderlass ist nicht vergleichbar mit einer Blutspende! Bei der Blutspende werden 500 ml Blut unter Vakuum entnommen. Diese Menge ist für das Gefäßsystem ein massiver Blutverlust und es wird ein Regulationsmechanismus in Gang gesetzt, der zur Neubildung von Blutkörperchen und damit eigentlich zur "Verdickung" des Blutes führt.
    Diesen Effekt möchte man beim Aderlass bewusst vermeiden. Beim Aderlass wird die Vene wie bei einer Blutenthame punktiert, das Blut darf frei in einen Becher abfließen. In 9 von 10 fällen stoppt der Blutfluss von selbst, d.h. der Körper bestimmt selbst, wie viel Blut er hergeben möchte. Ansonsten wird die entnommene Blutmenge auf max. 200 –220 ml begrenzt. Der Volumenverlust im Gefäßsystem wird durch Gewebsflüssigkeit ausgeglichen. Das hat eine Verdünnung des Blutes und damit eine verbesserte Fließfähigkeit zur Folge.

    Bei kreislaufschwachen Patienten empfiehlt sich ein isovolämischer Aderlass, wobei der Blutverlust entweder gleichzeitig (bei extrem empfindlichen Personen) oder direkt danach mit isotonischer Kochsalzlösung ausgeglichen wird.

    Die Häufigkeit des Aderlasses richtet sich nach dem Allgemeinzustand des Patienten. Bei chronischen Erkrankungen wird der Aderlass 1x monatlich für ca. 6 Monate abgestimmt auf die Mondphase durchgeführt. Später wird er alle 3-6 Monate gemacht. Für gesunde Personen empfiehlt sich der Aderlass 1x jährlich im Frühjahr als allgemein entgiftende Maßnahme.
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